Teile Andalusiens stehen aktuell unter einer intensiven Unwetterlage. Die staatliche Wetterbehörde AEMET hat für mehrere Regionen die Warnstufe Orange aktiviert – unter anderem wegen außergewöhnlich hoher Regenmengen innerhalb kurzer Zeit. Lokal können dabei bis zu 100 Liter Regen pro Quadratmeter in nur zwölf Stunden zusammenkommen.

Marbella: Erneut roter Alarm direkt aufs Handy

In Marbella hat die Situation heute eine besondere Eskalationsstufe erreicht: Bewohnerinnen und Bewohner erhielten erneut eine rote Warnmeldung direkt auf ihre Mobiltelefone. Diese sogenannte Es-Alert-Nachricht wird nur dann ausgelöst, wenn eine akute Gefahr für die Bevölkerung besteht. Bereits am 27. Dezember letzten Jahres wurden die Bewohner Marbellas auf diese Art gewarnt und dazu aufgefordert, ihre Häuser nicht zu verlassen.

Der rote Alarm ist die höchste Warnstufe im spanischen Warnsystem. Er bedeutet: Unmittelbare Gefahr für Leib und Leben ist möglich – etwa durch Sturzfluten, überflutete Straßen, überlastete Kanalisationen oder plötzlich anschwellende Fluss- und Bachläufe.

Warum Starkregen in Andalusien besonders gefährlich ist

Was viele unterschätzen: In Südspanien ist nicht der Dauerregen das größte Problem, sondern die Menge in kurzer Zeit. Nach langen trockenen Phasen ist der Boden oft hart wie Beton. Das Wasser kann kaum versickern und fließt stattdessen oberflächlich ab – direkt in Straßen, Tiefgaragen und Unterführungen.

Hinzu kommen die zahlreichen barrancos und ramblas. Diese trockenen Flussbetten können sich innerhalb weniger Minuten in reißende Ströme verwandeln – selbst dann, wenn es vor Ort gar nicht extrem regnet, sondern weiter im Hinterland.

Starkregen und Hochwasser in Andalusien: Eine wiederkehrende Gefahr

Starkregen- und Hochwasserereignisse gehören in Andalusien seit Jahren zu den gravierendsten Naturgefahren. Besonders betroffen sind Küstenregionen, Flusstäler sowie urbane Räume, in denen dichte Bebauung auf unzureichende Entwässerungssysteme trifft.

In den vergangenen Jahren kam es wiederholt zu schweren Unwettern mit teils erheblichen Schäden. Heftige Regenfälle führten zu überfluteten Straßen, vollgelaufenen Unterführungen, Evakuierungen und Verkehrschaos. Immer wieder wurden auch Todesopfer gemeldet – etwa durch Sturzfluten, mitgerissene Fahrzeuge oder plötzliche Wasseranstiege in sonst trockenen Flussbetten (barrancos).

Meteorologen beobachten, dass sich die Niederschläge zunehmend auf kurze Zeiträume konzentrieren. Statt langanhaltendem Regen fallen große Wassermengen innerhalb weniger Stunden. In Kombination mit ausgetrockneten, verhärteten Böden kann das Wasser kaum versickern und fließt oberflächlich ab – ein zentrales Risiko insbesondere in Städten und an der Costa.

Besonders exponiert gelten Provinzen wie Málaga, Cádiz und Almería, aber auch Binnenregionen entlang größerer Flüsse wie des Guadalhorce oder des Guadalquivir. In mehreren Fällen wurden dort Warnstufen bis hin zu roten Alarmen aktiviert, inklusive direkter Handy-Warnungen an die Bevölkerung.

Experten führen die Häufung und Intensivierung solcher Extremwetterlagen unter anderem auf den Klimawandel zurück. Steigende Meerestemperaturen im Mittelmeerraum begünstigen die Aufnahme großer Feuchtigkeitsmengen in der Atmosphäre – mit potenziell heftigen Folgen, sobald diese Luftmassen auf kältere Luftschichten treffen.

Vor diesem Hintergrund setzen Behörden zunehmend auf Frühwarnsysteme, Evakuierungspläne und mobile Warnmeldungen. Dennoch gilt: Bei Starkregen in Andalusien bleibt umsichtiges Verhalten der Bevölkerung ein entscheidender Faktor, um Schäden und Risiken zu minimieren.

Auch andere Regionen betroffen

Das Unwetter beschränkt sich nicht auf Andalusien. Auch in der Comunidad Valenciana, insbesondere im Raum Alicante und Valencia, wurden hohe Warnstufen wegen Starkregens und gefährlicher Küstenbedingungen aktiviert. Zusätzlich kommen in anderen Landesteilen Schnee und Sturm hinzu.

Das solltest Du jetzt beachten

  • Vermeide unnötige Autofahrten – viele gefährliche Situationen entstehen im Verkehr.
  • Meide Unterführungen, Senken und Tiefgaragen.
  • Halte Abstand zu Flussbetten, Barrancos und Küstenzonen.
  • Fahre niemals durch überflutete Straßen – die Tiefe ist oft nicht einschätzbar.
  • Nimm Warnmeldungen auf dem Handy ernst und handle entsprechend.
  • Informiere Dich regelmäßig über offizielle Updates von AEMET und Protección Civil.
Einordnung: Dass in Marbella eine rote Warnung direkt an die Bevölkerung gesendet wurde, zeigt deutlich, wie ernst die aktuelle Wetterlage ist. Vorsicht ist heute keine Überreaktion – sondern vernünftiger Selbstschutz.