15.08.22

Nationalpark Doñana feiert 53jähriges Bestehen in einer schwierigen Zeit

Der Nationalpark Doñana begeht sein 53-jähriges Bestehen im Angesicht einer großen Bedrohung: der Dürre, die zusammen mit der kritischen Situation der Grundwasserressourcen die Erhaltung der biologischen Vielfalt immer schwieriger macht. Am 14. August 1969 genehmigte der Ministerrat die Schaffung des Nationalparks Doñana mit einer ursprünglich begrenzten Fläche von 35.000 Hektar, die heute 54.251 Hektar beträgt. Die Doñana erhielt internationale Anerkennung, unter anderem den Titel als Unesco Weltkulturerbe (1994), Biosphärenreservat (1980) und Ramsar-Gebiet (1982).

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12.08.22

Sevilla kämpft gegen den Klimawandel

Städte wie Amsterdam, Paris, London, Medellín und die spanischen Städte Vitoria und Barcelona haben bereits Maßnahmen zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels ergriffen. Unter Anderem werden hier Baumsysteme und Grüngürteln angepflanzt und Drainageböden oder künstlichen Teiche angelegt, um abfließendes Wasser zu speichern. Diese Verbesserungen sollen dabei helfen, die Temperatur in den Städten zu senken. Diesem Maßnahmenkatalog hat sich nun auch Sevilla angeschlossen.

Die Arbeit der nordeuropäischen Städte ist bereits bekannt und renommiert, insbesondere der skandinavischen Städte, die seit Jahrzehnten bei der Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen führend sind. Oslo, Stockholm und Kopenhagen führen den Arcadis-Index nachhaltiger Städte an. Weitere Städte dieses Indexes sind Tokio, Berlin, London, Paris, Seattle, San Francisco, Amsterdam und Zürich.

07.08.22

Die Wärme des Wassers an Málagas Stränden und die Folgen

Vor zwei Tagen hat Juan Soto in einem Artikel in der SUR die Frage gestellt: „Warum ist das Wasser an den Stränden Málagas so warm und was sind die Folgen?“. Die anhaltenden Hitzeperioden, unter denen Málaga seit Beginn des Sommers leidet, wirken sich auch auf die Temperatur des Meerwassers aus. Jeder, der in diesem Jahr an einem der Strände der Provinz war, wird festgestellt haben, dass das Meer hier an tropische Gefilde erinnert und die Temperatur viel höher ist als für diese Breitengrade üblich.

Der Direktor von Aemet in Málaga, Jesús Riesco, erklärt, dass dieses Phänomen auf die sehr warme Luftmasse in der Atmosphäre zurückzuführen ist, die seit Juni letzten Jahres permanent vorhanden ist. „Da die Luftmasse über dem Meer so warm ist, erwärmt sich das Wasser durch Wärmeaustausch“, fasst er zusammen. Nach den von Puertos del Estado aufgezeichneten Daten registrierte die Boje von Málaga am Donnerstagmorgen um 10 Uhr eine Temperatur von 27 Grad Celsius (bis zu 28 Grad in den Mittagsstunden des gestrigen Tages), verglichen mit dem Durchschnitt von knapp über 23 Grad Celsius. Das bedeutet, dass die Wassertemperatur fast vier Grad höher ist als üblich. „Das ist ein sehr hoher Wert“, sagt Jesús Riesco.

Diese übermäßige Hitze beeinträchtigt das Leben im Meer. José Carlos Baez, Forscher am Spanischen Institut für Ozeanographie, weist anschaulich darauf hin, dass sich die hohe Wassertemperatur auf alle Arten auswirkt und zum Absterben von Seeigeln und verschiedenen Algenarten wie ‚fanerogamas marinas‘ (für das Meeresleben wichtige Pflanzen), ‚posidonia oceanica‘ (im gesamten Mittelmeerraum verbreitet) oder ‚cymodocea nodosa‘ (bekannt als Seelaus) führen kann. Schlimmer als all das sei jedoch, dass das warme Wasser die Ausbreitung von „Rugulopteryx okamurae“, einer invasiven Alge aus Asien, verursache, die die Biomasse der gesamten Mittelmeerküste ernsthaft gefährde. „In Cádiz ist es bereits eine Plage, die das Meer auffrisst, und hier in der Gegend von Estepona und Fuengirola ist es bereits sehr verbreitet“, warnt er.

Am anderen Ende der Provinz, im östlichen Teil, begünstigt die hohe Meerestemperatur das Auftreten von „Enteromorpha linza“, einer Alge, die sich an der Oberfläche ansiedelt und das Wasser grün färbt. Obwohl es sich nicht um eine invasive Art handelt, führt sie dazu, dass Organismen ihren natürlichen Lebensraum verlieren und verdrängt werden. Die Fische sind davon nicht so stark betroffen, weil sie sich mehr bewegen können, aber die Larven sind betroffen.
Es kann aber auch zu intensiven und sintflutartigen Regenfällen kommen. Jesús Riesco räumt ein, dass warmes Wasser die Intensität der Niederschläge erhöhen kann. Die Wassertemperatur selbst ist zwar nicht der Auslöser dieses Phänomens, aber sie hilft, wenn die Bedingungen stimmen. Der Fachmann geht davon aus, dass die Wassertemperatur im August nicht schwanken wird, und weist darauf hin, dass den Wettermodellen zufolge die ersten Stürme in der zweiten Augusthälfte auftreten könnten, allerdings hauptsächlich im Landesinneren der Provinz. „Wenn Ende August, wenn die Tiefdruckgebiete einziehen, eine günstige Situation mit Ostwinden und hohen Meerestemperaturen entsteht, könnte es an der Küste zu starken Regenfällen kommen“, glaubt er.

Obwohl es sich hierbei um ein Problem handelt, das auf den Klimawandel zurückzuführen ist, weisen Experten darauf hin, dass wir Bürger etwas tun können, um eine weitere Erwärmung der Meere und Ozeane zu verhindern. Jesús Riesco spricht über die zwei „R“: Reduzierung des Verbrauchs, nicht nur von Energie, sondern insbesondere auch beim Konsum tierischer Lebensmittel und bei umweltschädlichen Geräten; Recycling so weit wie möglich und Wiederverwendung von Geräten, die ein zweites Leben haben können. „Wenn jeder dies tun würde, wären wir einer Welt mit weniger Problemen näher“, sagt er. Foto: Mike Erskine