Die spanische Verwaltung will Betroffenen von schweren Unfällen den Zugang zu staatlichen Unterstützungsleistungen deutlich vereinfachen. Nach Angaben des Ministerio de Transportes y Movilidad Sostenible sollen bürokratische Hürden reduziert und Verwaltungsverfahren stärker miteinander verzahnt werden.
Kern der Maßnahme ist ein erweiterter Datenaustausch zwischen Behörden. Sofern Antragstellerinnen und Antragsteller zustimmen, wird die Verwaltung künftig benötigte Informationen und Nachweise selbstständig bei anderen öffentlichen Stellen einholen. Ziel ist es, dass Betroffene Unterlagen nicht mehr mehrfach einreichen müssen, wenn diese bereits bei anderen Behörden oder Einrichtungen vorliegen.
Weniger Papierkram für Betroffene
Mit diesem Vorgehen reagiert die Regierung auf wiederholte Kritik an komplizierten Antragsverfahren. Gerade Menschen, die durch Unfälle körperlich, psychisch oder finanziell stark belastet sind, sollen nicht zusätzlich durch umfangreiche Dokumentationspflichten unter Druck geraten.
Die neue Praxis bedeutet konkret:
- weniger einzureichende Dokumente
- kürzere Bearbeitungszeiten
- geringerer organisatorischer Aufwand für die Betroffenen
Die Einwilligung der Antragstellenden bleibt dabei Voraussetzung. Ohne Zustimmung dürfen Daten weiterhin nicht automatisiert abgerufen werden.
Neue Anlaufstellen in besonders betroffenen Regionen
Parallel dazu wurde der Zugang zu Beratung und Unterstützung vor Ort ausgebaut. In Zusammenarbeit mit dem Ministerio de Política Territorial wurden integrierte Anlaufstellen für Opfer in den Delegationen und Subdelegationen der Zentralregierung eingerichtet.
Diese sogenannten Oficinas de atención integral a las víctimas sollen:
- bei Anträgen helfen
- über verfügbare Hilfen informieren
- verschiedene Verwaltungswege bündeln
- als feste Ansprechstelle für Betroffene dienen
Besondere Aufmerksamkeit gilt Regionen mit einer höheren Zahl Betroffener. Hervorgehoben werden dabei vor allem die Provinzen Huelva und Barcelona, wo die neuen Strukturen gezielt gestärkt wurden.
Verwaltung soll aktiver unterstützen
Mit den Maßnahmen verfolgt die Regierung einen klaren Ansatz: Die Verantwortung für die Beschaffung bereits vorhandener Informationen soll stärker bei der Verwaltung liegen – nicht bei den Betroffenen. Das Projekt gilt zugleich als Beispiel für eine modernisierte, stärker vernetzte öffentliche Verwaltung, bei der Serviceorientierung und Entlastung der Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt stehen.
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