Im Fall der in Olvera (Provinz Cádiz) tot aufgefundenen 58-jährigen Frau María Isabel liegen nun die Ergebnisse der rechtsmedizinischen Untersuchung vor. Die Autopsie ergab, dass die Frau durch Asphyxie starb, also durch Sauerstoffmangel infolge äußerer Einwirkung.

Der 60-jährige Ehemann der Verstorbenen, der in der gemeinsamen Wohnung anwesend war, wurde noch in der Tatnacht festgenommen. Er hatte zunächst erklärt, es habe sich um einen Unfall im Zusammenhang mit einem epileptischen Anfall gehandelt. Nach Einschätzung der Rechtsmediziner lässt sich die festgestellte Todesursache jedoch nicht mit einem bloßen Sturz oder einem einzelnen Schlag erklären. Die Ermittlungen zu den genauen Umständen dauern an.

Untersuchungshaft angeordnet

Am Dienstag ordnete das zuständige Gericht in Arcos de la Frontera die Untersuchungshaft ohne Kaution für den Beschuldigten an. Zuständig ist eine auf Gewalt gegen Frauen spezialisierte Abteilung des Gerichts. Der Mann wird derzeit wegen eines Tötungsdelikts ermittelt, vorbehaltlich einer späteren rechtlichen Einordnung im weiteren Verlauf des Verfahrens. Bei seiner Vorführung vor dem Richter machte der Beschuldigte von seinem Recht Gebrauch, keine Aussage zu machen.

Zweiter bestätigter Fall geschlechtsspezifischer Gewalt in Andalusien 2026

Die zuständigen Behörden führen den Tod von María Isabel als Fall geschlechtsspezifischer Gewalt. Damit handelt es sich um den zweiten bestätigten Femizid in Andalusien im Jahr 2026. Bereits Anfang Januar war in der Provinz Jaén eine Frau von ihrem ehemaligen Partner getötet worden. Die regionalen und staatlichen Stellen betonen in diesem Zusammenhang erneut die Bedeutung von Prävention und frühzeitiger Intervention. In Spanien ist es nicht nur Betroffenen selbst möglich, Anzeige wegen mutmaßlicher häuslicher Gewalt zu erstatten, sondern auch Personen aus dem Umfeld, die entsprechende Hinweise wahrnehmen. Die Ermittlungen in Olvera dauern an.