Die neue Atlantikstörung Oriana hält derzeit fast ganz Spanien in Atem. Nahezu das gesamte Land steht unter Wetterwarnungen – nur wenige Regionen bleiben verschont. Heftige Windböen, anhaltender Regen, Schneefälle und hoher Wellengang sorgen für erhebliche Einschränkungen und erste tragische Folgen. Nach Angaben der Agencia Estatal de Meteorología (AEMET) sind zahlreiche Regionen auf Orange-Warnstufe gesetzt, was auf ein erhebliches Risiko hinweist.
Ein Sturm mit landesweiten Auswirkungen
Die Tiefdruckzone zieht vom Atlantik Richtung Mittelmeer und führt feuchte Polarluft mit sich. Das Ergebnis: flächendeckende Niederschläge auf der gesamten Iberischen Halbinsel sowie auf den Balearen. Besonders betroffen sind laut Wetterdiensten der Nordwesten Spaniens sowie Gebirgsregionen im Zentrum und Süden des Landes. Die stärksten Regenmengen werden in Andalusien erwartet – insbesondere in der Region um Grazalema, wo lokal über 180 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden fallen können. Zeitgleich erreichen Windböen in Küsten- und Höhenlagen Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h. Auf dem Meer werden Wellenhöhen von bis zu acht Metern gemeldet, vor allem im Bereich der Balearen und an der Atlantikküste.
Tragische Folgen und zahlreiche Zwischenfälle
Besonders schwer traf das Unwetter Barcelona, wo eine Frau ums Leben kam, nachdem während des Sturms das Dach einer Industriehalle einstürzte. Die Einsatzkräfte berichten zudem von zahlreichen Schäden an Gebäuden, umgestürzten Bäumen und Verkehrsbehinderungen. Auch in Katalonien, Galicien sowie in Teilen der Comunitat Valenciana gelten erhöhte Warnstufen wegen Wind und starkem Seegang.
Schnee, Lawinengefahr und winterliche Bedingungen
Während in tieferen Lagen Regen dominiert, sinkt die Schneefallgrenze in den Bergen deutlich. In der Picos de Europa-Region sowie Teilen des kantabrischen Gebirges werden Neuschneemengen von über 20 Zentimetern erwartet. Gleichzeitig steigt die Lawinengefahr durch starken Wind und instabile Schneeschichten. Damit zeigt sich erneut ein typisches Muster der jüngsten Winterstürme: starke Temperaturgegensätze sorgen für gleichzeitig sehr nasse und sehr winterliche Bedingungen – je nach Höhenlage.
Blick auf die nächsten Tage
Meteorologen rechnen damit, dass sich die Wetterlage ab Sonntag beruhigt. Ein Hochdruckgebiet soll sich über der Iberischen Halbinsel etablieren und zumindest vorübergehend stabileres Wetter bringen. Mit dem Einfluss des Hochs steigen auch die Temperaturen wieder leicht an. Bis dahin bleibt jedoch Vorsicht geboten – besonders in Küstenregionen, Gebirgen und Gebieten mit gesättigten Böden.
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