Der Vorsitzende der konservativen Partido Popular (PP), Alberto Núñez Feijóo, hat der spanischen Regierung schweres Versagen in der Eisenbahnsicherheit vorgeworfen. Bei einem Pressetermin im Rahmen des Wahlkampfs zur Parlamentswahl am 8. Februar erklärte er, Lokführer hätten über Monate hinweg wiederholt vor dem schlechten Zustand von Gleisen im Hochgeschwindigkeitsnetz (AVE) gewarnt. Diese Hinweise seien jedoch ignoriert worden – mit dramatischen Folgen: 46 Menschen seien bei zwei Zugunglücken ums Leben gekommen, zudem habe es eine „massive Gefährdung“ von Reisenden und Bahnpersonal gegeben.
Feijóo bezog sich auf den schweren Unfall bei Adamuz in Andalusien mit 45 Todesopfern sowie auf ein weiteres Unglück im Nahverkehrsnetz Rodalíes in Katalonien, bei dem ein Mensch starb. Spanien erlebe derzeit „die schlimmste Eisenbahnkrise seiner Geschichte“, so der Oppositionsführer.
Scharfe Kritik übte Feijóo am Verkehrsministerium und insbesondere an Verkehrsminister Óscar Puente. Die Regierung habe Öffentlichkeit und Medien gegenüber behauptet, das gesamte Streckennetz sei überprüft worden. Tatsächlich seien aber nur Teilstücke erneuert worden, indem alte und neue Gleise „stückwerkartig“ miteinander verbunden worden seien. Niemand innerhalb der Regierung übernehme Verantwortung oder bitte um Entschuldigung, bemängelte Feijóo.
Der PP-Chef forderte eine umfassende, punktgenaue Überprüfung des gesamten spanischen Schienennetzes sowie massive Investitionen in Milliardenhöhe, um die Sicherheit langfristig zu gewährleisten. Es sei nicht hinnehmbar, dass Lokführer „täglich“ vor Problemen warnten und dennoch keine grundlegenden Maßnahmen erfolgten.
Zudem kritisierte Feijóo das politische Krisenmanagement der Regierung. Ministerpräsident Pedro Sánchez sei nach dem Unfall zunächst nicht öffentlich aufgetreten und später bei einem Wahlkampfauftritt in Aragón erschienen, wo er den Verkehrsminister lobte. Auch verwies Feijóo auf frühere personelle Verbindungen im Verkehrsressort und stellte die Darstellung des Ministeriums infrage, man habe stets „mit größter Sorgfalt“ gehandelt.
Wer diese Entwicklungen ignoriere, so Feijóo abschließend, dem fehle „Fähigkeit, Legitimität und Autorität“, um die Probleme im spanischen Eisenbahnsystem zu lösen.
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