Ein verheerendes Zugunglück hat Spanien in tiefe Trauer gestürzt. Nahe der andalusischen Gemeinde Adamuz in der Provinz Córdoba kollidierten am Sonntagabend zwei Hochgeschwindigkeitszüge. Nach aktuellem Stand kamen dabei mindestens 39 Menschen ums Leben, mehr als hundert weitere wurden verletzt, viele von ihnen schwer. Die Rettungs- und Bergungsarbeiten dauerten die ganze Nacht an.
Unfallhergang auf freier Strecke
Das Unglück ereignete sich am frühen Abend auf einer stark frequentierten Bahnstrecke zwischen Madrid und Málaga. Nach bisherigen Erkenntnissen entgleiste ein Zug während der Fahrt und geriet auf das Gegengleis, wo er mit einem entgegenkommenden Zug zusammenstieß. Beide Züge entgleisten infolge der Kollision. Mehrere Waggons wurden stark deformiert, einzelne stürzten eine Böschung hinab. Augenzeugen berichteten von einem ohrenbetäubenden Knall und starken Erschütterungen, die sich „wie ein Erdbeben“ angefühlt hätten. Viele Fahrgäste wurden in ihren Sitzen herumgeschleudert, Gepäckstücke und Metallteile flogen durch die Abteile.
Dramatische Rettungsarbeiten in der Nacht
Unmittelbar nach dem Unfall rückten Feuerwehr, Rettungsdienste, Polizei und Militär mit einem Großaufgebot an. Die schwer zugängliche Lage des Unfallortes – fernab größerer Straßen und Ortschaften – erschwerte die Rettungsarbeiten erheblich. Einsatzkräfte mussten Verletzte teils über Stunden aus zerstörten Wagen befreien. Anwohner aus Adamuz und umliegenden Dörfern eilten ebenfalls zur Hilfe, versorgten Verletzte mit Decken, Wasser und warmer Kleidung. Provisorische Behandlungsstellen wurden eingerichtet, bevor die Verletzten in Krankenhäuser der gesamten Region verteilt wurden. Einige Patienten mussten per Hubschrauber ausgeflogen werden.
Opfer, Verletzte und Identifizierung
Unter den Todesopfern befinden sich Menschen verschiedener Altersgruppen, darunter auch Familien. Zahlreiche Verletzte befinden sich weiterhin in kritischem Zustand. Krankenhäuser in Córdoba und benachbarten Provinzen arbeiten im Ausnahmezustand, zusätzliche medizinische Teams wurden mobilisiert. Die Identifizierung der Opfer gestaltet sich schwierig, da viele Reisende auf der Strecke unterwegs waren und einige Dokumente beim Unfall verloren gingen. Behörden stehen in engem Kontakt mit Angehörigen und haben Krisenhotlines eingerichtet.
Erschütterung in Politik und Gesellschaft
Die spanische Regierung reagierte mit Bestürzung. Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach den Hinterbliebenen sein tief empfundenes Beileid aus und erklärte mehrere Tage der offiziellen Trauer. Auch der Präsident der Regionalregierung Andalusiens, Juanma Moreno, reiste noch in der Nacht an den Unglücksort und würdigte den Einsatz der Rettungskräfte. Der Bahnverkehr auf mehreren wichtigen Verbindungen wurde unterbrochen. Tausende Reisende strandeten an Bahnhöfen, alternative Transportmöglichkeiten wurden organisiert. Sowohl der staatliche Bahnbetreiber Renfe als auch private Anbieter wie Iryo sagten ihre volle Unterstützung bei der Aufklärung des Unglücks zu.
Ermittlungen zur Ursache laufen
Die genaue Ursache des Unfalls ist derzeit noch unklar. Technische Experten untersuchen, ob ein Signalfehler, ein Problem an einer Weiche, menschliches Versagen oder ein technischer Defekt zum Entgleisen des Zuges geführt haben könnte. Brisant ist dabei, dass der betroffene Streckenabschnitt als modernisiert und sicher galt. Blackbox-Daten, Funkprotokolle und Wartungsberichte werden derzeit ausgewertet. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren ein, um mögliche Verantwortlichkeiten zu klären.
Ein tiefer Einschnitt für Spaniens Bahnverkehr
Spanien verfügt über eines der größten Hochgeschwindigkeitsnetze Europas und gilt international als Vorbild in Sachen Bahnsicherheit. Das Unglück bei Adamuz ist eines der schwersten Eisenbahndramen des Landes seit Jahren und weckt schmerzhafte Erinnerungen an frühere Katastrophen. Neben der unmittelbaren Trauer um die Opfer wirft das Unglück grundlegende Fragen zur Sicherheit, Überwachung und Organisation des Bahnverkehrs auf. Politik und Bahnunternehmen stehen unter großem Druck, Transparenz zu schaffen und Konsequenzen zu ziehen.
Während die Ermittlungen andauern, trauert Spanien um die Opfer dieser Tragödie. Gedenkveranstaltungen sind angekündigt, Flaggen wehen auf Halbmast. Für viele Familien beginnt nun ein langer Weg der Aufarbeitung – begleitet von der Hoffnung, dass die Ursachen dieses Unglücks lückenlos aufgeklärt werden, um ähnliche Katastrophen in Zukunft zu verhindern.
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