In Córdoba ist ein Mann in der Nacht zum Dienstag (27. Januar 2026) festgenommen worden, weil er seine erwachsene Tochter mutmaßlich getötet und anschließend versucht haben soll, sich selbst das Leben zu nehmen. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben aus Polizeikreisen am späten Montagabend gegen 23.00 Uhr in einer Wohnung im Stadtteil Ciudad Jardín, in der Vater und Tochter zusammenlebten. Die Getötete war demnach 30 Jahre alt.

Polizei findet die Frau tot in der gemeinsamen Wohnung

Wie spanische Medien unter Berufung auf Ermittler und die Nachrichtenagentur EFE berichten, wurde die Polizei gegen 23 Uhr alarmiert und rückte zu dem Wohnhaus in Ciudad Jardín aus. Vor Ort fanden Beamte die Frau bereits leblos in der Wohnung. Der Vater wurde als Tatverdächtiger festgenommen. Parallel dazu versuchen Ermittler, den genauen Ablauf zu rekonstruieren: Dazu gehören Spuren- und Tatortarbeit, die Sicherung möglicher Tatwerkzeuge sowie forensische Untersuchungen. In solchen Fällen wird zudem in der Regel eine gerichtliche Obduktion angeordnet, um Todesursache und -zeitpunkt zweifelsfrei festzustellen.

Tatverdächtiger mit Stichverletzungen im Krankenhaus – unter Polizeibewachung

Bei seiner Festnahme wies der Mann laut Polizei Stichverletzungen im Bauchbereich auf, die er sich ersten Erkenntnissen zufolge selbst zugefügt haben soll. Er wurde in das Universitätskrankenhaus Reina Sofía gebracht und liegt dort weiterhin unter Polizeibewachung. Dass ein Tatverdächtiger nach einem mutmaßlichen Gewaltverbrechen zunächst medizinisch behandelt wird, ist gängige Praxis: Erst wenn der Gesundheitszustand es zulässt, folgen Vernehmungen, eine Vorführung vor den Ermittlungsrichter und mögliche Entscheidungen zu Untersuchungshaft oder weiteren Auflagen.

Erste Einordnung: Mann mit Viogén Registrierung

Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen gehen die Behörden vorerst nicht davon aus, dass der Fall als Gewalt gegen Frauen in Paar- oder Ex-Paarbeziehungen („violencia de género“) einzuordnen ist. Entsprechende Hinweise auf ein solches Tatmotiv würden derzeit nicht im Vordergrund stehen, heißt es in den ersten Bewertungen. Das ist in der Berichterstattung wichtig, weil in Spanien juristisch und statistisch unterschieden wird: „Violencia de género“ bezieht sich auf Gewalt eines (Ex-)Partners gegen eine Frau im Kontext einer Beziehung. Bei Tötungsdelikten innerhalb der Familie kann dagegen – je nach Konstellation – auch häusliche Gewalt („violencia doméstica“) oder eine andere Deliktlage einschlägig sein. Welche rechtliche Einordnung am Ende greift, entscheidet sich erst nach Auswertung aller Beweise und der staatsanwaltschaftlichen Bewertung.

In den ersten Meldungen wird zudem genannt, dass der Mann im staatlichen System VioGén geführt wird. Dieses „Sistema de Seguimiento Integral en los casos de Violencia de Género“ ist eine zentrale polizeiliche Plattform des spanischen Innenministeriums, die Fälle von geschlechtsspezifischer Gewalt erfasst, Risiko einschätzt und Schutzmaßnahmen koordiniert – auch institutionenübergreifend. Dass eine Person im Kontext von VioGén auftaucht, bedeutet zunächst vor allem: Es gab irgendwann einen Vorgang im Bereich partnerschaftlicher Gewalt (z. B. Anzeige, Schutzanordnung, Risikobewertung).

Was jetzt folgt: Hintergründe, Motiv und psychischer Zustand

Zum Motiv ist bislang nichts Verlässliches bekannt. In frühen Phasen solcher Ermittlungen prüfen Polizei und Staatsanwaltschaft typischerweise mehrere Stränge parallel: mögliche vorherige Konflikte in der Familie, Hinweise auf psychische Krisen, frühere Polizeieinsätze, Nachbarschaftsaussagen sowie digitale Spuren (z. B. Nachrichtenverläufe), soweit rechtlich zulässig. Mehrere Medien weisen außerdem darauf hin, dass die Berichterstattung noch „in Entwicklung“ ist – sprich: Viele Details sind zu diesem Zeitpunkt bewusst nicht öffentlich, um die Ermittlungen nicht zu gefährden und weil zunächst gesicherte Fakten abgewartet werden.