Vom 29. August bis 19. September 2026 verwandelt die Schweizer Künstlerin Raffaela Zenoni das Centro Cultural El Convento in Gaucín in einen Ort der Begegnung – mit unserer Vergangenheit, unserer Gegenwart und nicht zuletzt mit der Erde, auf der wir leben. Unter dem Titel „Conectados – Connected“ zeigt sie auf beiden Etagen des ehemaligen Klosters mehrere Werkserien, die auf ganz unterschiedliche Weise der Frage nachgehen, was uns miteinander verbindet.

Mutter Erde zwischen Vergangenheit und Zukunft

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der Zyklus „Mutter Erde“ mit 15 großformatigen Arbeiten. Zenoni verbindet darin die Vorstellung einer „ewigen Mutter Erde“ mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – und führt diese verschiedenen Zeitebenen im gegenwärtigen Moment zusammen.

Die Auseinandersetzung mit Herkunft und Geschichte setzt sich in „Die andere Ahnengalerie“ fort. Mehr als 50 Porträts zeigen Vorfahren, die es so nie gegeben hat: fiktive und surreale Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Ländern, Epochen und Gesellschaften. Trotz ihrer erfundenen Biografien wirken viele von ihnen erstaunlich gegenwärtig.

Und weil die Kommunikation zwischen den Generationen bekanntlich nicht immer ganz reibungslos funktioniert, gesellen sich rund 20 Skulpturen aus der Serie „Talking Heads“ hinzu. Sie erweitern Zenonis ungewöhnliche Familienaufstellung um eine weitere, durchaus humorvolle Ebene.

Hinter den verschiedenen Werkserien steht ein wiederkehrendes Thema im Schaffen der Künstlerin: der Versuch, über das unmittelbar Sichtbare hinauszugehen und eine Verbindung zur spirituellen Welt herzustellen. Ihre Arbeiten wollen dabei weniger fertige Antworten liefern als Impulse geben – und dazu anregen, den eigenen Blick auf Herkunft, Beziehungen und das eigene Leben zu hinterfragen.

Eine Ausstellung mit enger Verbindung zu Gaucín

Dass „Conectados – Connected“ gerade in Gaucín gezeigt wird, ist kein Zufall. Raffaela Zenoni lebt selbst in dem weißen Bergdorf und ist Mitglied des Künstlerkollektivs Art Gaucín. Die Ausstellung schlägt deshalb auch eine Brücke zwischen ihrem künstlerischen Universum und der besonderen Geschichte und Landschaft des Ortes.

Gaucíns Bürgermeister Pedro Godino Martín beschreibt diese Verbindung so:

„Ich bin überzeugt, dass ‚Conectados – Connected‘ zahlreiche wertvolle Verbindungen entstehen lassen und uns zugleich dazu inspirieren wird, unsere Beziehungen zueinander, zu unseren Vorfahren und zu unserer Mutter Erde neu zu entdecken und zu vertiefen.“

Zenoni blickt inzwischen auf eine internationale Ausstellungstätigkeit zurück. Zwischen 2008 und 2026 waren ihre Arbeiten unter anderem in Bern, Berlin, Brüssel, Frankfurt am Main, Luxemburg, Split, St. Moritz, Stuttgart, Zagreb und Zürich zu sehen – ebenso wie immer wieder in ihrer Wahlheimat Gaucín.

2025 veröffentlichte sie zudem ihren ersten Kunstroman „Im Mosaik schlafen“. Das ursprünglich auf Deutsch geschriebene Buch ist inzwischen auch auf Spanisch, Englisch und Kroatisch erschienen und kann während der Ausstellung erworben werden.

Ausstellungseröffnung am 29. August

„Conectados – Connected“ wird am Samstag, 29. August 2026, um 19 Uhr im Centro Cultural El Convento in Gaucín eröffnet. Die Ausstellung läuft bis zum 19. September 2026.

Wer die Künstlerin und ihre Arbeiten persönlich kennenlernen möchte, hat dazu bereits bei der Vernissage Gelegenheit. Interviews mit Raffaela Zenoni sowie mit dem Kurator der Ausstellung, Helmut Klikovits, sind während der Eröffnung oder nach vorheriger Vereinbarung möglich.

Conectados – Connected
Raffaela Zenoni
29. August bis 19. September 2026
Centro Cultural El Convento, Gaucín
Eröffnung: 29. August, 19 Uhr