Wer zum Studium nach Málaga zieht und ein möbliertes Zimmer sucht, muss inzwischen deutlich tiefer in die Tasche greifen. Im zweiten Quartal 2026 sind die Preise für Studentenzimmer in der Provinzhauptstadt im Jahresvergleich um 10 Prozent gestiegen – stärker als in jeder anderen untersuchten spanischen Stadt. Der durchschnittliche Mietpreis liegt inzwischen bei 550 Euro pro Monat.

Das geht aus dem aktuellen internationalen Mietindex der europäischen Studentenwohnungsplattform HousingAnywhere hervor. Während die Preise für Zimmer in Europa insgesamt im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um 4,6 Prozent gesunken sind, zeigt sich in Spanien ein sehr uneinheitliches Bild.

Málaga mit stärkstem Preisanstieg

Nach Málaga folgt Barcelona mit einem Anstieg von 8,3 Prozent. Dort kostet ein möbliertes Zimmer inzwischen durchschnittlich 650 Euro. Auch Bilbao und Madrid verzeichnen steigende Preise: In Bilbao liegt das Plus bei 5,2 Prozent und der durchschnittliche Mietpreis bei 553 Euro, in Madrid bei 3,4 Prozent und 600 Euro monatlich.

Damit gehört Málaga inzwischen nicht nur zu den beliebtesten Studienstandorten Spaniens, sondern auch zu den Städten, in denen sich die Wohnkosten für Studierende besonders dynamisch entwickeln.

Granada bleibt eine der günstigsten Studentenstädte

Ganz anders sieht die Situation in Granada aus. Dort sind die Preise für möblierte Zimmer im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent gesunken. Mit einem Durchschnittspreis von nur 333 Euro pro Monat zählt Granada zu den günstigsten untersuchten Universitätsstädten Spaniens.

Auch Alicante verzeichnet einen deutlichen Rückgang. Dort gingen die Zimmerpreise um 5,6 Prozent auf durchschnittlich 378 Euro zurück. Gemeinsam mit Granada und Murcia gehört die Stadt damit zu den preislich attraktivsten Standorten für Studierende.

Murcia kommt trotz eines Anstiegs von 4,9 Prozent auf lediglich 336 Euro pro Monat. In Zaragoza bleiben die Preise mit durchschnittlich 375 Euro stabil, während Salamanca bei einem Plus von 2,9 Prozent auf 370 Euro kommt.

Sevilla und Valencia im Mittelfeld

Sevilla und Valencia liegen preislich im Mittelfeld. In Valencia stiegen die Zimmerpreise im Jahresvergleich um 2,4 Prozent auf durchschnittlich 425 Euro. Sevilla verzeichnete mit 1,3 Prozent nur einen leichten Anstieg und kommt aktuell auf rund 390 Euro pro Monat.

Gerade im Vergleich zu Málaga zeigt sich damit auch innerhalb Andalusiens ein deutlicher Unterschied: Während Studierende in Granada und Sevilla noch vergleichsweise günstige Zimmer finden können, entwickelt sich Málaga zunehmend zu einem der teuersten Studienstandorte des Landes.

WG-Zimmer deutlich günstiger als ein eigenes Studio

Die Daten zeigen außerdem, dass das Teilen einer Wohnung finanziell weiterhin deutlich attraktiver ist als ein eigenes Studio. Besonders groß ist der Unterschied in den großen Städten: Ein Studio kostet durchschnittlich 1.000 Euro in Valencia, 1.100 Euro in Madrid und sogar 1.265 Euro in Barcelona.

Hinzu kommt, dass die Konkurrenz um kleine Einzelwohnungen erheblich größer ist. Nach Angaben von HousingAnywhere bewerben sich im Durchschnitt 17 Interessenten auf jedes verfügbare Studio. Bei einzelnen Zimmern liegt dieser Wert bei durchschnittlich 6,6 Interessenten.

„Auf europäischer Ebene beginnen die Zimmerpreise im Vergleich zum Vorjahr zu sinken, in Spanien dagegen steigen sie in einigen Städten und fallen in anderen“, erklärt Luca Contella, verantwortlich für Südeuropa bei HousingAnywhere. Die Daten zeigten, dass das Teilen einer Wohnung nicht nur finanziell sinnvoll sein könne, sondern auch den Zugang zu einer Gemeinschaft ermögliche.

Daten aus mehr als 13.000 Zimmerangeboten

Für die Auswertung wurden insgesamt 13.342 Zimmerangebote analysiert, für die im zweiten Quartal 2025 oder 2026 Interesse auf der Plattform bestand. Die Angebote richten sich vor allem an Studierende und junge Berufstätige, die für Studium oder Arbeit innerhalb Spaniens oder aus dem Ausland in eine andere Stadt ziehen.

Grundlage der Analyse sind aktive Anzeigen auf HousingAnywhere, die sowohl von privaten Vermietern als auch von Immobilienagenturen veröffentlicht wurden.