Die Alhambra ist wahrscheinlich das berühmteste und beeindruckendste Denkmal maurischer Architektur und islamischer Kunst in Europa. Imposant thront sie auf dem Sabikah-Hügel bei Granada. Sie ist eines der berühmtesten Monumente der Region und das bedeutendste der Stadt. Es handelt sich im Grunde genommen um eine Art Stadtteil in Form einer Burg, der von Stadtmauern umgeben ist und in dem sich eine Vielzahl von Häusern und Gärten aus verschiedenen Epochen der Vergangenheit befinden. Die Alhambra wird oft als Palaststadt bezeichnet, weil das typische Gebäude im Inneren ein Komplex von Palästen ist. Der Palast, der bis ins 20. Jahrhundert unvollendet blieb, hat die Form eines Würfels mit einem kreisförmigen Atrium.

Die Alhambra steht symbolisch für das einzigartige Klima und den Charme der Region Andalusien und die Verschmelzung der mittelalterlichen orientalischen und abendländischen Zivilisation. Sie gilt als schönes Beispiel und als kulturell und historisch unvergleichliches Monument. Schließlich ist die Alhambra auch die einzige vollständig erhaltene arabische Palastanlage der Welt und das Wahrzeichen Granadas. Jedes Jahr besuchen sie mehr als 2 Millionen Menschen.



Im Zuge der spanischen Reconquista fiel die Festung nach langen Belagerungen und Begegnungen als eine der letzten Bastionen der Muslime in die Hände der Katholischen Könige von Spanien. Ab dem 13. Jahrhundert war die Alhambra daher ein Festungskomplex, wobei dieses Jahrhundert ein wenig der Beginn der Blütezeit des Bauwerks war. Es war Mohammed I., der die Umfassungsmauern und die drei Türme errichten ließ: den Torre de la Vela im Winkel rechts außen, den Torre Quebrada und den Torre del Homenaje. Darauf wurde ein breiter Turm gebaut: der Torre de la Pólvora. Der Bau der Paläste begann danach, und der Sultan wohnte dort, bis sie fertiggestellt waren. Mohammed V., der Erbauer des Löwenhofes, beaufsichtigte die Bauarbeiten selbst, und er verbrachte zwei Jahre mit seinem Freund und Beschützer, dem kastilischen König Pedro I. Der Löwenhof wurde nach seiner Rückkehr 1362 errichtet, einer Zeit des Widerstands und des Austauschs der Zivilisationen zwischen Christen und Mauren.

Das Herz der Alhambra bilden die Nasridenpaläste und ihre Gärten. Besonders hervorzuheben sind der Palast Karls V., die Garderobe der Königin und die Kaiserappartements. In früheren Zeiten diente er den Emire als Sommerresidenz. Heute beherbergt die Anlage das Museum der Schönen Künste und das Museum für muslimische Kunst. Auch die Generalife Gärten im Osten gehören zum Weltkulturerbe, wobei die harmonische Bepflanzung und die anmutigen Wasserspiele im Innenhof besonders sehenswert sind. Die Grundfläche der Alhambra beträgt 740 Meter im Osten und bis zu 220 Meter im Norden. Im Osten gelangt man nach wenigen Metern in die eigentliche Burganlage. Im Osten gegenüber befindet sich die Alcazaba, die eigentliche militärische Befestigung. Sie ist der älteste Baustein des Alhambra-Komplexes. Die Kathedrale und die Capilla Real sind nur wenige Meter entfernt, ebenso wie der Albacaín und der Darro, die nur zu Fuß erreichbar sind. Die anderen Bereiche der Alhambra hingegen können unabhängig voneinander oder jederzeit an dem mit der Eintrittskarte gebuchten Tag betreten werden. Für diejenigen, die sich nicht in den Palästen befinden, gibt es jedoch Lagermöglichkeiten am Haupteingang sowie an der Puerta del Vino. Man kann sich zu Fuß im Palast bewegen, Transportmittel sind jedoch noch nicht erlaubt. Foto: Julio GM