Ein Gericht in Sevilla hat die Ermittlungen wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe gegen den früheren andalusischen Ombudsmann José Chamizo eingestellt. Das Verfahren hatte im März vergangenen Jahres zur vorübergehenden Festnahme des 76-jährigen Priesters geführt. Er kam kurz darauf ohne Auflagen wieder frei. Wie Chamizo gegenüber der Nachrichtenagentur EFE erklärte, habe er nun die offizielle Mitteilung über die Einstellung der Ermittlungen erhalten. „Ich bin jetzt ruhig und zufrieden, auch wenn ich in dieser Zeit nicht übermäßig beunruhigt war, weil mein Gewissen mir sagte, dass ich stets korrekt gehandelt habe“, so der frühere Amtsträger.
Keine ausreichenden Beweise
Nach Angaben der Justiz lagen der Anzeige mehrere mutmaßliche Betroffene zugrunde, keine davon minderjährig. Darüber hatte seinerzeit das Tribunal Superior de Justicia de Andalucía (TSJA) informiert. Das zuständige Ermittlungsgericht in Sevilla (Instruktionsabteilung, Kammer 5) kam nun zu dem Schluss, dass keine ausreichenden Indizien oder Beweise vorlägen, die den angezeigten Straftatbestand stützten. Das Verfahren wurde daher mangels hinreichenden Tatverdachts eingestellt. Chamizo hatte sich während der gerichtlichen Anhörung auf sein Aussageverweigerungsrecht berufen.
Vorwürfe politischer und wirtschaftlicher Motive
Der ehemalige Ombudsmann sieht hinter den Anschuldigungen weiterhin andere Beweggründe. Er sprach von einem angeblichen „Macht- und Wirtschaftsinteresse“ im Zusammenhang mit einer Stiftung und erklärte, er fühle sich über die vergangenen Monate hinweg verleumdet. „Man wollte mir ohne Argumente einen übermäßigen Schaden zufügen“, sagte Chamizo. Die Entscheidung des Gerichts habe nun „die Dinge wieder an ihren Platz gerückt“. Zugleich erklärte er, er schwanke zwischen „Vergebung und Gerechtigkeit“. Bereits zu Beginn der Ermittlungen hatte Chamizo von einer Falschanzeige gesprochen. Er brachte die Vorwürfe mit internen Konflikten bei der Organisation Sevilla Acoge in Verbindung, deren Vorsitz er bis zu seinem Rücktritt innehatte. Die NGO engagiert sich für Migrantinnen und Migranten. Chamizo vermutete damals, eine Person aus dem Umfeld der Organisation habe mit der Anzeige eigene Ambitionen auf eine Führungsposition verfolgt.
Mit der Einstellung der Ermittlungen ist das strafrechtliche Verfahren gegen den früheren Defensor del Pueblo Andaluz nun vorerst beendet.
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