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Gepostet by on Feb 1, 2019 | Keine Kommentare

Illegale Bohrlöcher in Andalusien

Illegale Bohrlöcher in Andalusien

Es ist in Spanien an vielen Orten üblich und wurde bisher geduldet: illegale Bohrlöcher. Der Klimawandel und die damit einhergehende Dürre treibt viele Bauern dazu, illegal nach Wasser zu suchen. Nun haben sich innerhalb kürzester Zeit zwei tragische Unfälle ereignet, die diese Problematik in den weltweiten Fokus gerückt haben: der tragische Tod des kleinen Julen wurde in der internationalen Presse verfolgt. Auf der ganzen Welt hofften die Menschen knapp 2 Wochen auf ein Wunder.

Der WWF geht von über 10.000 Bohrlöchern aus

Wir alle essen gerne frische, saftige Erdbeeren, farbenprächtige Paprika oder Avocados und anderes Gemüse, das in Andalusien wächst. Die Anbaugebiete müssen bewässert werden, damit es zu einer guten Ernte kommt, die den Bauern und Unternehmern die Existenz sichert. Auch der steigende Tourismus ist ohne Wasser nicht möglich. Aber was tun? Um der großen Wasserknappheit zu entgehen, wird illegal nach Wasser gebohrt. Vom WWF, dem World Wildlife Fonds, wird geschätzt, dass es ungefähr 10.000 solcher Bohrlöcher gibt. 

Der Fall Julen

In eines dieser illegalen Bohrlöcher in der Nähe des Ortes Talalán, oberhalb von Málaga, ist am 13. Januar 2019 bei einem Familien-Sonntagsausflug der zweijährige Julen gestürzt. Sein Vater berichtet, er habe gesehen, wie Julen verschwunden ist, seine Mutter hatte nur die Schreie des Kindes gehört. Das Bohrloch war provisorisch mit einigen Steinen abgedeckt, durch die Julen wohl hindurchgerutscht ist. Obwohl das Loch nur einen Durchmesser von 25 Zentimeter hat, fiel Julen über 70 m tief.

Es folgte ein großangelegte Suchaktion, die Zuspruch, aber auch viel Kritik erntete. So gab es Stimmen, die der Meinung waren, die Bohrungen hätten zu spät begonnen und die spanischen Behörden hätten einem schnelleren Eingreifen im Weg gestanden. Es wurde 13 Tage lang alles versucht, das Kind zu bergen, obwohl es kein Lebenszeichen des Jungen gab und die Gegebenheiten kaum Grund für Hoffnung lieferten. Schlussendlich sprengten erfahrene Bergleute mit Minisprengungen den Weg zu der Stelle frei, wo Julen vermutet wurde. Nach fast zwei Wochen konnte das Kind, das nach Untersuchungen schon am Unglückstag aufgrund eines Schädeltraumas verstorben sein soll, endlich erreicht werden.

Der Grundbesitzer und die Baufirma, die damals das Loch gebohrt hatte, schieben einander die Schuld zu. Jetzt wird von der Staatsanwaltschaft ermittelt. Das Loch wurde sofort zugeschüttet. „Ein solches Unglück darf nie mehr geschehen“, war die Aussage eines Delegierte der Madrider Zentralregierung. 

Ein weiteres Opfer

Nicht lange, nachdem man Julen endlich gefunden hatte, ist in Villanueva del Trabico nördlich von Málaga ein 45jähriger Mann, der seinen Hund retten wollte, in einen Brunnenschacht gefallen. Dieser Schacht war zwar nur rund drei Meter tief, mit Wasser gefüllt und von einer Steinmauer umgeben und man geht davon aus, dass sich der Mann selbst mit der Absicht in den Brunnen begeben hat, seinen Hund zu retten, dennoch handelt es sich auch hier um eine illegale Bohrung.

Der Klimawandel fordert seinen Tribut. Selbstverständlich müssen diese illegalen Bohrungen aufhören. Doch im Hinblick auf unsere ökologische Zukunft und unser Überleben sind wir alle gefragt, unsere Lebensweise zu überdenken.

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